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Psychatrie - ein Ort der Hilfe oder die "Vorhölle"?

Verfasst: So 13. Okt 2013, 12:25
von michi
Ein nun 56 jähriger Mann hat erfahren, dass er 20 Jahre in der Psychatrie "umsonst" eingesperrt worden war, denn seine Krankheit hätte man mit einfachen Medikamten von zu hause aus behandeln können. Der entsprechende Arzt hat damals eine Fehldiagnose gemacht.
Der Anwalt des Mannes fand ihr völlig verdreckt in der Klinik vor.
Welchen Ausmaß die Behandlung ihm geschaden hat, kann niemand richtig feststellen, denn die Therapie-Akte wird von der Klinkleitung unter Verschluss gehalten.
Nun ist der Mann nicht mal in der Lage ein selbstständiges Leben zu führen.

Quelle: Zum Fokus-Artikel

Was sagt ihr zu diesem Thema?

Also ich will überhaupt nicht wissen was in den sogenannten Nerven"heil"anstalten alles passiert. Mit welchen Mitteln man die "Patienten" foltert! Und das im Namen der Medizin! Klar kann es durchaus sein, dass ein Mensch psychische Probleme haben kann und auf Hilfe angewiesen ist. Aber dennoch sind das Menschen, die eine gewisse Würde haben, die auch in einer Psychatrie nicht verletzt werden darf! Was kann man dagegen machen? Die Patientenverfügung bekannter machen? Hilft das wirklich etwas?
Die Politik muss hier eindeutig eingreifen und solche Misststände sofort beenden! Zwangseinweisungen z.B. deutlich erschweren. Manche Medikamante und Therapien verbieten. Und so weiter.
Aber wird etwas gemacht werden? Ich denke mal eher nicht. Ist ja alles viel zu bequem um etwas zu machen. Außerdem will man den "hochheiligen" Ärzten - die sich nie irren - ja nicht ins Handwerk pfuschen.

Verfasst: So 13. Okt 2013, 12:25
von Anzeige

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: So 13. Okt 2013, 16:36
von TheChuk
Einer meiner besten Freunde ist Krankenpfleger in einer psychatrischen Einrichtung. Es mag zwar tragisch sein, dass dieser Mann (übrigens nicht 38, sondern 56 Jahre, seit 38 Jahren ist er in der Klinik, und nach 20 Jahren hat man herausgefunden, dass er zu Unrecht dort hineingesteckt wurde) aufgrund einer Fehldiagnose durch die Therapie erkrankt ist, aber ich weiß auch das Leid der Pfleger, was die teils durchmachen müssen und unter welchen psychischen Druck diese gestellt sind. Und die Hintergründe dafür, dass er seit mehreren Tagen nicht gewaschen wurde sind auch völlig unklar, es soll jedoch nicht selten sein dass sich die Patienten temporär nichts von ihren Pflegern oder anderen Menschen sagen lassen, und da ist die beste Einstellung für die Pfleger sie lassen den Patienten eine Zeit lang für sich, bis sich dieser beruhigt.

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: So 20. Okt 2013, 07:34
von Hollywood Undead
Ehrlich gesagt, Pfleger suchen sich ihren Job selber aus. Ich für meinen Teil hätte nicht die Nerven um mit den Menschen umzugehen. Ich meine, wer die Nerven dazu hat soll die Arbeit machen, aber ich glaube dass man diese Arbeit nicht länger als 5-6 Jährchen aushält.^^

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: So 20. Okt 2013, 20:42
von Vivian
michi hat geschrieben:Was sagt ihr zu diesem Thema?

Also ich will überhaupt nicht wissen was in den sogenannten Nerven"heil"anstalten alles passiert. Mit welchen Mitteln man die "Patienten" foltert! Und das im Namen der Medizin! Klar kann es durchaus sein, dass ein Mensch psychische Probleme haben kann und auf Hilfe angewiesen ist. Aber dennoch sind das Menschen, die eine gewisse Würde haben, die auch in einer Psychatrie nicht verletzt werden darf! Was kann man dagegen machen? Die Patientenverfügung bekannter machen? Hilft das wirklich etwas?
Die Politik muss hier eindeutig eingreifen und solche Misststände sofort beenden! Zwangseinweisungen z.B. deutlich erschweren. Manche Medikamante und Therapien verbieten. Und so weiter.
Aber wird etwas gemacht werden? Ich denke mal eher nicht. Ist ja alles viel zu bequem um etwas zu machen. Außerdem will man den "hochheiligen" Ärzten - die sich nie irren - ja nicht ins Handwerk pfuschen.


Es wird immer schwarze Schafe geben, bzw. Leute, die eine Fehldiagnose stelln.
Ich hatte das persönlich auch schon, aba zum Glück nicht so heftig, aber hat mich viel Geld gekostet.
Dank unserer Regierung scheint das aber Egal zu sein, denn solche Sachen werden lieber unter den Tisch gekehrt mit sinnlosen Ausreden

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: So 20. Okt 2013, 21:46
von mondy
Mein Ex-Freund wurde mal versehentlich in eine solche eingewiesen. Das war nicht schön. Menschen, vollgepummt mit Drogen-Medikamenten. Menschen mit übergroßen Pupillen, komischem Verhalten, Verdummung und mit Schlafstörungen, wie Gestalten in einem Horrorfilm. Hinter Gittern wandelnde Zombies, die nur auf ihren Tod warten und ihre Aussagen und Fragen ständig wiederholen.

Gebt Menschen eine Chance - würd ich sagen. Wenn du drin bist und willst wieder raus, ist das ganz schwer, dich da wieder rauszukriegen. Mein Ex wurde damals von seinem Vater "rausgeschmuggelt" als sie gemeinsam einen Spaziergang gemacht haben. Ihm wurde von Anfang an auch das Handy abgenommen etc. Also da war nicht viel übrig. Er selbst wurde auch gleich dazu gezwungen mehrere Tabletten einzunehmen, die angeblich gegen Stress und Schmerzen helfen sollten.

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: Mo 21. Okt 2013, 11:23
von spin
mondfeuer hat geschrieben:Mein Ex-Freund wurde mal versehentlich in eine solche eingewiesen. Das war nicht schön. Menschen, vollgepummt mit Drogen-Medikamenten. Menschen mit übergroßen Pupillen, komischem Verhalten, Verdummung und mit Schlafstörungen, wie Gestalten in einem Horrorfilm. Hinter Gittern wandelnde Zombies, die nur auf ihren Tod warten und ihre Aussagen und Fragen ständig wiederholen.

Omg, so viele Vorurteile in einem Post, das habe ich ja noch nie erlebt. Schön, dass du gleich alle, die in einer Psychatrie sind, als Zombies bezeichnest oder als verdummt beleidigst. Es gibt auch Leute, die zum Beispiel wegen Depressionen in einer Psychatrie landen. Und die wollen weder sterben, noch verhalten sie sich wie Zombies. Was ist mit Leuten, die ein schwieriges Trauma haben? Warten sie auf ihren Tod, sind die dumm, wie du sagtest? Sind sie komische Zombies, die schreien? Sind sie alle komisch? Schön, dass du alle psysisch gestörten Menschen, die evtl. auf einer Heilung warten, in einer Schublade steckst.

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: Mo 21. Okt 2013, 16:44
von mondy
ich weiß nicht, ob man von dieser auf alle anderen schließen kann. bestimmt gibt es auch gute psychiatrien. fakt ist, dass psychatrien eher ein gefängnis für schwer erkrannkte sind. deshalb sind auch häufig gitterstäbe vor den fenstern. also im grunde sind dort drin harmlose menschen mit einer großen erkrankung und bevor sie sich selbst verletzen oder andere, werden sie dorthin eingewiesen.

ich war auch mal in behandlung. aber nicht in einer psychatrie. also es muss eig schon weit fehlen, da reinzukommen. hör aber wenig davon, dass der großteil wieder nach ein paar jahren rauskommt. die behandlung scheint wohl ziemlich viel zeit in anspruch zu nehmen.

auf den tod warten sie nicht, aber sie werden so lange mit medikamenten vollgepumpt, die angeblich ihr leben "angenehmer" machen sollten. normal gibt es sehr viele behandlungsmöglichkeiten. die psychiatrie ist wohl die letzte.

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: Mo 21. Okt 2013, 18:19
von spin
Willst du mir jetzt also sagen, dass man Leute, die an Wahnvorstellungen leiden und nachts um 3 uhr draußen wild rumrennen, nicht stationär behandeln soll sondern "normal"? (Was definierst du unter normal?) Glaub mir, die Psychatrie ist schon was gutes für viele, und ich glaube einfach nur, dass deine Erschließung lediglich auf Vorurteilen basiert. Meine Freundin aus meiner ehemaligen Schule war auch 15 und war in einer Psychatrie, dabei war sie in der Schule ganz normal, und keiner hätte ansatzweiße mal gedacht dass sie psysisch gestört ist. Sie war weder verdummt, noch war sie komisch oder zombieartig und hat auf den Tod gewartet, wie du beschrieben hast... Das sind alles nur typische Klischees von Psychatrien, schade dass du dich noch darauf einlässt. :c

hör aber wenig davon, dass der großteil wieder nach ein paar jahren rauskommt. die behandlung scheint wohl ziemlich viel zeit in anspruch zu nehmen.

Dann müssen das wohl ziemlich ernsthafte Erkrankungen sein, wenn man Jahre dort verbringt. Glaub mir, die werden schon nicht einfach so Menschen für eine lange Zeit in der Psychatrie stecken - eher im Gegenteil, sie versuchen, die Patienten so kurz wie möglich dort stationär zu behandeln. Das kostet ja am Ende auch viel Geld für die bzw. die Krankenkasse, und Platz brauchen die ja auch für die nächsten Patienten.

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: Mo 21. Okt 2013, 20:10
von mondy
ich hab nur das mit den worten beschrieben, was mein ex mir damals erzählt hat. ich war selbst noch nie drin. :wink:

spin hat geschrieben:Willst du mir jetzt also sagen, dass man Leute, die an Wahnvorstellungen leiden und nachts um 3 uhr draußen wild rumrennen, nicht stationär behandeln soll sondern "normal"? (Was definierst du unter normal?) Glaub mir, die Psychatrie ist schon was gutes für viele, und ich glaube einfach nur, dass deine Erschließung lediglich auf Vorurteilen basiert. Meine Freundin aus meiner ehemaligen Schule war auch 15 und war in einer Psychatrie, dabei war sie in der Schule ganz normal, und keiner hätte ansatzweiße mal gedacht dass sie psysisch gestört ist. Sie war weder verdummt, noch war sie komisch oder zombieartig und hat auf den Tod gewartet, wie du beschrieben hast... Das sind alles nur typische Klischees von Psychatrien, schade dass du dich noch darauf einlässt. :c

hör aber wenig davon, dass der großteil wieder nach ein paar jahren rauskommt. die behandlung scheint wohl ziemlich viel zeit in anspruch zu nehmen.

Dann müssen das wohl ziemlich ernsthafte Erkrankungen sein, wenn man Jahre dort verbringt. Glaub mir, die werden schon nicht einfach so Menschen für eine lange Zeit in der Psychatrie stecken - eher im Gegenteil, sie versuchen, die Patienten so kurz wie möglich dort stationär zu behandeln. Das kostet ja am Ende auch viel Geld für die bzw. die Krankenkasse, und Platz brauchen die ja auch für die nächsten Patienten.


du weißt schon, was eine psychiatrie ist und eine psychologische behandlung, oder? eine psychiatrie ist stationär und langwierig. ich will nicht sagen, dass "problemfälle" da reinkommen. ich würde es so nennen, dass es menschen sind, (man muss es ihnen nicht anmerken), die psychisch schwerst krank sind. so sehr, dass sie von der außenwelt abgeschnitten werden müssen um noch etwas zu erreichen.

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: Mo 21. Okt 2013, 20:25
von spin
Hab ich jemals verneint, dass eine Psychatrie keine stationäre Behandlung ist?

Re: Psychatrie - gefangen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 20:44
von michi
mondfeuer hat geschrieben:ich hab nur das mit den worten beschrieben, was mein ex mir damals erzählt hat. ich war selbst noch nie drin. :wink:

spin hat geschrieben:Willst du mir jetzt also sagen, dass man Leute, die an Wahnvorstellungen leiden und nachts um 3 uhr draußen wild rumrennen, nicht stationär behandeln soll sondern "normal"? (Was definierst du unter normal?) Glaub mir, die Psychatrie ist schon was gutes für viele, und ich glaube einfach nur, dass deine Erschließung lediglich auf Vorurteilen basiert. Meine Freundin aus meiner ehemaligen Schule war auch 15 und war in einer Psychatrie, dabei war sie in der Schule ganz normal, und keiner hätte ansatzweiße mal gedacht dass sie psysisch gestört ist. Sie war weder verdummt, noch war sie komisch oder zombieartig und hat auf den Tod gewartet, wie du beschrieben hast... Das sind alles nur typische Klischees von Psychatrien, schade dass du dich noch darauf einlässt. :c

hör aber wenig davon, dass der großteil wieder nach ein paar jahren rauskommt. die behandlung scheint wohl ziemlich viel zeit in anspruch zu nehmen.

Dann müssen das wohl ziemlich ernsthafte Erkrankungen sein, wenn man Jahre dort verbringt. Glaub mir, die werden schon nicht einfach so Menschen für eine lange Zeit in der Psychatrie stecken - eher im Gegenteil, sie versuchen, die Patienten so kurz wie möglich dort stationär zu behandeln. Das kostet ja am Ende auch viel Geld für die bzw. die Krankenkasse, und Platz brauchen die ja auch für die nächsten Patienten.


du weißt schon, was eine psychiatrie ist und eine psychologische behandlung, oder? eine psychiatrie ist stationär und langwierig. ich will nicht sagen, dass "problemfälle" da reinkommen. ich würde es so nennen, dass es menschen sind, (man muss es ihnen nicht anmerken), die psychisch schwerst krank sind. so sehr, dass sie von der außenwelt abgeschnitten werden müssen um noch etwas zu erreichen.


Es gibt aber auch einige Fälle von Missbräuchen in Psychatrien.
So werden Patienten ruhiggestellt und mit Medikamenten vollgepumpt, damit diese länger oder für immer behandelt werden müssen um mehr Einnahmen zu erzielen.

Natürlich muss man hervorheben, dass die meisten Ärzte und Pfleger ihre Arbeit gut erledigen und für das Wohl ihrer Patienten sorgen. Aber wie überall gibt es "schwarze Schafe" und da bei uns das Gesundheitssystem nicht optimal läuft, sieht man ja.

Falls ich mal psychisch krank werden sollte, habe ich eine Patientenverfügung gemacht, die besagt, dass ich keinerlei psychologischen/psychatrischen Behandlungen möchte und entsprechend Personen bestimmt, die dann entscheiden dürfen.
Das ist eigentlich aktuell der beste Weg um sich gegen so eine Behandlung zu wehren *find*.
Falls man freiwillig sich untersachen möchte, muss man ja die Verfügung nicht erwähnen^^
Schaden tut sowas nicht!

Re: Psychatrie - ein Ort der Hilfe oder die "Vorhölle"?

Verfasst: Mo 25. Aug 2014, 22:21
von Tvista
Uff, ich weiß gar nicht wie ich diesen Beitrag anfangen soll...denn auch ich hab schon Bekanntschaft mit der Psychiatrie machen dürfen...nach einem für mich extrem traumatischen Erlebnis, auf welches ich hier nicht näher eingehen möchte, hielt mich ein 0815 Psychologe, welcher mich eine halbe Stunde nach dem Geschehenen begutachtete, für stark suizid gefährdet und dachte, einfach ausgedrückt, ich hätte meinen Verstand verloren...das brachte mir dann quasi ein Ticket für die Psychiatrie ein...
Bei mir brauchte es weder Medikamente noch sonst etwas, um mich in diesen Klischee-Zustand zu bringen, ich war teilnahmslos, depressiv, und hab einfach mit mir machen lassen, zuerst hab ich nicht einmal mitbekommen dass ich auf dem Weg in die Psychiatrie war, wie gesagt möchte ich auf das was geschehen ist nicht näher eingehen, jedoch kam ich nicht ganz glimpflich davon und dachte daher, es würde sich nur um n Standard Krankenhaus-Besuch handeln wie ich ihn nach Unfällen schon ganz gut kenne...aufmerksam wurde ich erst wie von stationärer Aufname die Rede war, da das in einem normalen Krankenhaus wohl bedeutet hätte, dass ich eine gröbere Verletzung davon getragen hab, in dem Moment hab ich dann auch erst wahr genommen, dass ich mich in einem mir unbekannten Krankenhaus befand...joa, ne halbe Stunde später saß ich völlig entgeistert in der Geschlossenen...
Es war schon spät, daher musste auch ich mein Handy abgeben, war noch kurz im Bad, um meinen Kopf einmal in kaltes Wasser zu tauchen damit der wenigstens n bisschen klarer wurde, bin dann auch gleich ins Bett, man darf ja nicht vergessen dass der Tag für mich mehr als nur anstrengend und beschi**en war...meine Zimmerkollegin hat da schon gepennt, ich konnte zuerst nicht schlafen, da es abartig warm war, die Fenster sich jedoch nicht öffnen ließen, und man die Einstellungen der Klima-Anlage auch nicht verändern konnte, und nebenbei noch das Radio leise gedudelt hat...
Das Bett war unbequem, selbst für ein Krankenhaus Bett, am nächsten Morgen hieß es dann Blut abnehmen, Frühstück (auf welches ich verzichtete, der Psychologe vom Vortag hatte zwar übertrieben, aber dass ich traumatisiert war, und daher keinen Bissen runter bekommen hätte, kann ich nicht leugnen), und eben das Kennenlernen der anderen Patienten...alles in allem, ne nette Bande, was mir aber auffiel, war die schlechte sportliche Verfassung aller, es war jetzt niemand schwerst übergewichtig, aber ich war die einzig wirklich Schlanke, was daran liegt, dass man von den ganzen Psychopharmaka zu nimmt wie Sau, und dass man in der geschlossenen kein Sport machen kann trägt auch nix gutes dazu bei...
Mein Handy durfte ich dann wieder haben, eine Freundin von mir war zu dem Zeitpunkt erst vor zwei Wochen raus gekommen, nachdem sie versucht hatte Suizid zu begehen, also hab ich mir von ihr ein paar Tipps geholt, wie man da am besten wieder raus kommt...diese waren "Freund dich mit den Pflegern an, mach einen auf glücklich, sag ihnen du hast gestern übertrieben, und sei schön lieb!", und die hab ich brav befolgt...ich hab mich mit den Pflegern und Pflegerinnen angefreundet, mit zwei Psychiatern geflirtet, und so getan als wäre mein Verhalten am Vortag der Tatsache zu zu schreiben dass ich eine fürchterliche Drama-Queen sei...
Nur ein Herr hat sich von mir nicht um den Finger wickeln lassen, der Chef-Psychiater wollte mir weiß Gott was anhängen, hat mich mehrmals drauf angesprochen, ob ich denn keine Freunde hätte (ich hab ihm natürlich geantwortet dass ich welche hätte, aber er dachte ich würde diese erfinden o.0), das ließ ich mir aber nicht gefallen, ein paar kurze SMS, und schon hatte ich Besuch von eben der Freundin die mir die Tipps gegeben hatte, und einer Freundin von ihr die auch schon Bekanntschaft mit der Psychiatrie gemacht hat...da hatt dann auch der Psychiater Ruhe gegeben, und mich wieder in die Freiheit entlassen...
Alles in allem kann ich nur sagen, der Tag hat mir mehr geschadet als geholfen, geholfen hätte an dem Abend wohl eher ne Tasse Tee, meine Kuscheldecke und eine Schulter zum Ausheulen, und nicht ein Haufen nerviger Psycho-Heinis, eine Nadel im Arm, und der ganze Stress den das alles verursacht hat -_-"

Re: Psychatrie - ein Ort der Hilfe oder die "Vorhölle"?

Verfasst: Di 26. Aug 2014, 20:00
von mondy
@Tvista

du willst also damit sagen, dass man da so ohne tipps einfach gar nicht mehr rauskommt?

Re: Psychatrie - ein Ort der Hilfe oder die "Vorhölle"?

Verfasst: Mi 27. Aug 2014, 13:13
von Tvista
Kommt ganz drauf an, wenn du einigermaßen was in der Birne hast kommst du auf diese Tipps ja auch ganz leicht selbst, aber ein bisschen Schauspiel-Talent und Erfahrung mit Psycho-Heinis ist schon sehr hilfreich ^^“

Normalerweise ist das Minimum was du da drin ab zu sitzen hast drei Tage, da meist erst nach denen die werten Herren von der Kommission Zeit haben dich zu „verhören“, dann wird entschieden, ob du „normal“ genug bist um auf die Öffentlichkeit los gelassen zu werden, und ob von dir irgendwelche Gefahren, für dich oder deine Mitmenschen, ausgehen.
Wenn dem nicht so ist, braucht der Papierkram meist noch seine Zeit, und dann darfste raus.
Vorausgesetzt, du hast eine weiße Weste was deine Psyche angeht, die Freundin von der ich die Tipps hatte, war nach ihrem Suizid-Versuch wieder ganz die alte, lieb, fröhlich, offen, da der Suizid-Versuch bei ihr einer psychischen Krankheit zugrunde liegt, aber da es eben nicht ihr erster Aufenthalt dort war, gabs für sie gleich mal über einen Monat Urlaub in der Psychiatrie.

Was mich wirklich erschreckt hat, wir haben in meiner Heimatstadt zwei große Psychiatrien, das LSF und das LKH, ich war im LSF, wie sie das erfahren hat, war ihr erster Rat, alles dran zu setzen ins LKH versetzt zu werden, da sie einem im LSF angeblich mit Medikamenten zu pumpen, ich hab noch verwundert gefragt ob dass denn wirklich wahr sei, weil man mir noch keinerlei Medikamente verabreichen wollte, da hat sie mich gefragt, ob man mir am Abend nicht eine Tablette angeboten hätte, mit der man besser schlafen kann...und das hat man...diese habe ich zum Glück nicht genommen, da ich einen Schlaf hab wie ein Faultier, diese Tablette hätte mich schon schön ruhig schlafen lassen, allerdings hätte sie mich auch für die folgenden Tage ziemlich ruhig gemacht...
Einfach gesagt, die Tablette hätte mich in einen so ruhigen Zustand versetzt, dass mich die nächsten Tage kein Gutachter der Welt für psychisch gesund gehalten hätte...

Die härteste Nuss war ja eben der Chef-Psychiater, aber nachdem dieser gesehen hat dass ich kein armes einsames etwas bin, war er schon angeknackst, dann hab ich durch Zufall erfahren, dass wir die selbe Klassenlehrerin in der Schule hatten, und da wars dann schon bisschen einfacher diese dumme Nuss ganz zu knacken, dann hat er noch erwähnt dass er Angst vor Pferden hat, woraufhin ich angefangen hab von meinem zu schwärmen, da hatte er schon dieses „Wenn die weiter so viel quaselt entlass ich sie auf der Stelle“-Gesicht, und wie ich dann noch erwähnt hab dass meine Freundin das Pferd, welches gar nicht weit von dort wohnt (war zwar gelogen, Pferd wohnt am anderen Ende der Stadt, aber braucht der ja nicht wissen) , ja mal mitbringen könnte (im Garten der Anlage waren Hunde erlaubt, also wieso nicht auch ein kleines Pferd?), und sie dies sicher gerne jeden Tag für mich täte, wurde ihm wohl einerseits klar, dass ich keine Gefahr für mich selbst bin, da ich zu sehr an dem Pferd hänge, und ihm war wohl nicht ganz wohl bei dem Gedanken, wenn dort jeden Tag ein, wie ich es beschrieb, 1,80m großes kräftiges Pferd, vorbei schauen würde :D
Das mein Bubi nur 1,55m groß und sehr schmal gebaut ist, und eigentlich nur kuscheln will, brauchte er ja nich wissen :D

Letzten Endes kam ich zwar am nächsten Tag wieder raus, aber ein Tag dort war mehr als genug, das erste was ich gemacht hab, war meiner Freundin die mir so toll zur Seite gestanden hatte, dieses Bild zu schicken
Bild mit der Bildunterschrift "Foto von mir beim Verlassen der Psychiatrie :D"

Ich erhalte heute noch von ihr Schulterklopfer und sowas wie Bewunderung dass ichs da so schnell wieder raus geschafft hab ^^